Aktuelles

Über 600 Lerneinheiten

Die Datenbank der agps Lerneinheiten wächst beständig: im September 2021 konnte die Marke von 600 Lerneinheiten überschritten werden. Es gibt Lerneinheiten zu berufsübergreifenden Kompetenzen wie Ausbildung und Betrieb, Arbeitsschutz und Umweltschutz, zu 14 Berufen, sowie zu einer Fülle von Themen aus dem Bereich der Personalen Kompetenzen. Bereits im Dezember 2020 wurde die zweijährige Überarbeitung und Aktualisierung von über 400 Lerneinheiten abgeschlossen. Damit stehen den Mitgliedern der Arbeitsgemeinschaft alle Lerneinheiten auf dem neuesten Stand und in einem einheitlichen Design zur Verfügung.
Die neuen Lerneinheiten, die alle Mitglieder erstellen, werden durch ein Redaktionsteam überprüft und regelmäßig in die Datenbank eingepflegt.
So lebt das Motto: "Aus der Praxis - für die Praxis!"
Bei Interesse nehmen Sie gerne Kontakt auf oder schauen Sie in den Downloadbereich. Dort stehen Ihnen acht Lerneinheiten zur Verfügung.


Kooperation mit der Bremer Krebsgesellschaft e.V.

Die Bremer Krebsgesellschaft e.V. hat am 1.11.2018 das Projekt Krebs verständlich gestartet, welches sich mit vielfältigen Angeboten rund um das Thema Krebs an Menschen mit geistiger Behinderung und ihre Bezugspersonen wendet. Das bisherige Informations- und Beratungsangebot ist für diese Zielgruppe in der Regel nicht leicht zu verstehen. Das Projekt ist von der Aktion Mensch für 3 Jahre bis zum 31.10.2021 gefördert. Wir netzwerken, informieren und sensibilisieren mit dem Ziel, dass jede Person die gleiche Chance auf Information und gesundheitliche Versorgung beim Thema Krebs erhält.
Laut einer Studie der Ärztekammer Nordrhein und der Universität Witten Herdecke nehmen Menschen mit Behinderungen Vorsorge-Untersuchungen für Krebs deutlich seltener in Anspruch als der Durchschnitt der Bevölkerung. Dies möchte das Projekt Krebs verständlich der Bremer Krebsgesellschaft nicht hinnehmen und entwickelte zwei neue Broschüren „Krebs-Früherkennung leicht erklärt“ und „Onkologie-Führer in Leichter Sprache“. Darin wird alles Wissenswerte zur Vorsorge, Früherkennung und Behandlung von Krebs verständlich erklärt.

Denn Menschen kommen besser mit Dingen zurecht, wenn sie darüber reden. Und besser Bescheid wissen. Das stärkt die Selbstbestimmung der Menschen.
In den beiden Broschüren geht es um Fragen wie „Wie stellt der Arzt/ die Ärztin den Krebs fest? Was für Behandlungen gibt es? Was sind Nebenwirkungen?
Die Intention hinter den Broschüren ist, schwierige Sachverhalte einfach zu erklären. Denn Wissen kann Ängste abbauen.
Ganz nach dem Motto Menschen Mut zu machen, sich mit dem Thema Krebs zu beschäftigen, ist eine enge Zusammenarbeit mit der Werkstatt Bremen/Martinshof entstanden. Hier wurden gemeinsam zwei neue Lerneinheiten in Leichter Sprache mit dem Thema Krebs entwickelt. Die erste Lerneinheit heißt Krankheit Krebs besser verstehen und befasst sich mit der Aufklärung und Information zum Thema Krebs. Die zweite Lerneinheit mit dem Titel Krankheit Krebs vermeiden- Was tut mir gut? Befasst sich u.a. mit dem Thema Prävention und der Auseinandersetzung mit individueller und vielseitiger Lebensqualität.
Das Projekt Krebs verständlich ist ein wichtiger Baustein, um das Thema Krebs weiter aus der Tabuzone zu holen.
Die Lerneinheiten sind einsehbar im Downloadbereich unter: www.ag-paedagogische-systeme.de.
Die Broschüren können kostenfrei bei der Bremer Krebsgesellschaft bestellt werden, sowie weitere Informationen unter (0421) -4919222; info[at]bremerkrebsgesellschaft.de; www.bremerkrebsgesellschaft.de.


Analog statt digital: Auszeichnung mit dem Deutschen Arbeitgeberpreis für Bildungseinrichtungen

Neue Osnabrücker Zeitung vom 09.12.2020

Heilpädagogische Hilfe Osnabrück verschickt Post statt E-Mails
Die Heilpädagogische Hilfe Osnabrück (HHO) hat den Deutschen Arbeitgeberpreis erhalten. Ausgezeichnet wurde ein besonderes Corona-Konzept. Mit dem Deutschen Arbeitgeberpreis werden landesweit Bildungseinrichtungen ausgezeichnet. Das diesjährige Ausschreibungsthema 2020 lautete: „Geht nicht – gibt’s nicht!“ In der Kategorie „Berufliche Bildung“ haben in diesem Jahr die Osnabrücker Werkstätten (HHO) mit ihrem „LehrLern-Konzept“ für zu Hause während Corona gewonnen. Damit hatte der Berufsbildungsbereich (BBB) der Osnabrücker Werkstätten auf die aktuelle Situation reagiert. Wegen unzureichender digitalen Ressourcen versandten die Mitarbeiter jede Woche individuelle Bildungspakete an die rund 160 Teilnehmenden in Papierform.
„Ach, es hat Spaß gemacht!“, da sind sich Sophie Eschkötter und Florian Mittelstädt einig. Beide sind Empfänger und Teilnehmer im Berufsbildungsbereich, in dem sie für das spätere Arbeitsleben qualifiziert werden. Wegen der Corona-Krise ist es ihnen lange Zeit nicht möglich gewesen, das eigene Zuhause überhaupt zu verlassen: „Keine Freunde, keine Kollegen, keine Arbeit!“ Umso größer war die Freude auf wöchentliche Post und Anrufe ihrer Gruppenleitungen.
Was es damit auf sich hat, erklären die beiden Abteilungsleiter Jens Pöttger und Stephan Jentsch: „Schon als sich die Schließung der Osnabrücker Werkstätten und der Betriebe der OSNA-Technik wegen Corona abzeichnete, haben wir uns auf den Weg gemacht und nach alternativen Möglichkeiten der beruflichen Bildung gesucht. Orientiert haben wir uns dabei an Vorlagen der Arbeitsgemeinschaft pädagogische Systeme, kurz agps. Wir haben sie unseren HHO-Anforderungen und Standards entsprechend angepasst.

Aus vielen weiteren Ideen und Vorlagen sind so Bildungspakete entstanden, insgesamt mehr als 920. In Papierform wurden wöchentlich Informations-, Aufgaben- und Feedback-Bögen erstellt und verschickt. Dieses besondere Angebot gab es zudem in vier verschiedenen Schwierigkeitsstufen. „Unsere Qualifizierungsmaßnahmen und Lerneinheiten sind normalerweise sehr praxisorientiert, auf individuelle Fähigkeiten und Bedarfe zugeschnitten. Dabei spielt vor allem die Förderung und Unterstützung durch die Gruppenleitungen eine wesentliche Rolle. Deshalb war uns die persönliche Begleitung weiterhin besonders wichtig“, erklärten die BBB-Verantwortlichen Jens Pöttger und Stephan Jentsch.
Was das neue Jahr 2021 bringt, weiß zwar niemand, aber es ist ein nachhaltiges Bildungskonzept entstanden, das sich hervorragend bewährt hat.


14. Mitgliederversammlung der Arbeitsgemeinschaft

Am 29.10.2019 fand die 14. Mitgliederversammlung der Arbeitsgemeinschaft Pädagogische Systeme (agps) in den Ledder Werkstätten statt.
Als neue Mitglieder wurden die Werkstätten des SoVD-Lebenshilfe Witten und aus dem Diakonie-Verbund Eisenach begrüßt. Somit vertritt der Verein heute über die gesamte Mitgliedschaft ein Volumen von 18.000 Werkstattplätzen.
Der Vorsitzende Ralf Hagemeier trug seine Strategie für die zukünftige Entwicklung der Arbeitsgemeinschaft vor. Insbesondere soll neben der kontinuierlichen Weiterentwicklung unserer fachlichen Arbeit in der Bildung für Menschen mit Behinderungen auch eine deutlichere Wahrnehmung in der fachlichen Öffentlichkeit gelingen. Erste Impulse dazu werden wir im Rahmen der Werkstätten:Messe und im Rahmen der Werkstätten:Tage der BAG:WfbM einbringen.
Die Mitglieder bestätigten mit großer Zustimmung diese Planung und schafften mit der Verabschiedung des Wirtschaftsplan für 2020 die notwendigen Voraussetzungen dafür.
Im Anschluss diskutierten die Mitglieder die Entwicklung der fachlichen Arbeit durch und über die ICF anhand eines interessanten Vortrag von Prof. Dr. Gerd Grampp mit dem Thema: „Funktionsorientierte Bedarfsermittlung – Wirkungsorientierte Bedarfsdeckung“ (vgl. auch/ Buchempfehlung: Gerd Grampp,  „Die ICF verstehen und nutzen“)


Wir waren auf der Werkstätten:Messe 2019

Bereits zum 13. Mal war die Arbeitsgemeinschaft pädagogische Systeme auf der Werkstätten:Messe in Nürnberg vertreten. Am Stand, im neuen Design unter dem Motto „Bildung für alle“ wurden u.a. neue Lerneinheiten präsentiert und viele interessante Gespräche geführt. Neben der digitalen Bildungswelt auf der Werkstätten:Messe bieten die Lerneinheiten der agps anerkanntes methodisch-didaktisches Bildungsmaterial, welches die Menschen aktiv in den Lernprozess einbezieht. „Lernen heißt, sich mit den Inhalten auseinanderzusetzen statt etwas vorgesetzt zu bekommen“ so Prof. Dr. Gerd Grampp. Das große Interesse vieler Besucherinnen und Besucher am Stand der agps bestätigen diesen Bedarf. Die Teilnahme an der Werkstätten:Messe hat uns großen Spaß gemacht und wir freuen uns bereits auf den nächsten Besuch in Nürnberg.


"excellent"-Preis Bildung 2019 für die Ledder Werkstätten

Tecklenburg/Nürnberg. Bundesweite Auszeichnung für ein langjähriges Mitglied unserer agps: „Auf die Einstellung kommt es an – ein Verfahren zur Beteiligung des Werkstattrates in der Personalentwicklung“ hieß das Exposé der Ledder Werkstätten (LeWe), das die Fachjury in Nürnberg überzeugte. Dafür bekam die diakonische Einrichtung in Tecklenburg (1400 Menschen mit Behinderung) den „exzellent“-Preis Bildung 2019 bei der „Werkstätten:Messe“. Dr. Ingo Krüger, Vorstand der Bayerischen Sparkassenstiftung und Jurysprecher, sowie Martin Berg als Vorsitzender der Bundesarbeitsgemeinschaft der Werkstätten für behinderte Menschen (BAG WfbM) überreichten der Werkstattratvorsitzenden Susanne Hielscher und LeWe-Geschäftsführer Ralf Hagemeier am 27. März die Urkunde. Krüger lobte die „konsequente Einbindung der Werkstatträte in die Personalentwicklung“. Der Laudator“: „Ein klarer Schritt hin zu mehr Mitwirkung und Selbstbestimmung. Hier findet Bildung statt, die Menschen befähigt und sie zu kompetenten Vertretern ihrer eigenen Interessen weiterentwickelt. Ein Beispiel, das Schule machen sollte!“ Geschäftsführer Ralf Hagemeier, seit vergangenem Monat auch Vorsitzender der agps, lud in seinen Dankesworten alle Mitglieder der BAG ausdrücklich ein: „Ich wünsche mir viele Nachahmer!“
Worum geht es in dem Verfahren und seinem Kernstück, dem „Kennenlerngespräch“? Geschulte Beschäftigte aus dem Werkstattrat, Vertretungsgremium der Menschen mit Behinderung, organisieren und führen Interviews mit neuen Fachkräften. Zwei durchführende Teams arbeiten seit Jahren mit dem Instrument, „um zu besprechen, welche Vorstellungen und Erwartungen wir an sie (die Fachkräfte) haben“, wie Susanne Hielscher erklärt. Der neue oder intern wechselnde Mitarbeitende wird beispielsweise gefragt, weshalb er sich beworben hat oder welche Fähigkeiten man, seiner Auffassung nach, für die Arbeit mit Menschen mit Behinderung braucht. Ein Fragenkatalog, den die Werkstatträte mitentwickelt haben, ermöglicht es Beschäftigten mit ihren individuellen Fähigkeiten, so ein Interview ohne Assistenz zu führen. Zum Verfahren gehört auch ein Auswertungsgespräch mit der Geschäftsführung.
Zum Programm der größten Sozial- und Bildungsmesse für berufliche Rehabilitation in Deutschland gehörten auch 90 Fachvorträge. In diesem Rahmen stellten Susanne Hielscher und Dr. Rebecca Dölling (Assistenz Geschäftsleitung) das Verfahren rund 80 Zuhörenden vor.


Mitgliederversammlung im März 2019

Im sechsten Jahr der Vereinsgründung wurden auf der  Mitgliederversammlung im März 2019 in Dülmen/NRW Themen der Zukunft der Arbeitsgemeinschaft behandelt. Vorgestellt wurde der neue Internetauftritt mit der umfassenden Datenbank und optimierten Vereinsdokumenten. Die Versammlung begrüßte insbesondere die neuen Mitglieder (Osnabrücker Werkstätten, Bottroper Werkstätten und Sozial-Betriebe-Köln). Susanne Anker, Koordinatorin des Vereins, berichtete von weiteren Anfragen zur Mitarbeit aus weiteren Bundesländern.
Wilfried Hautop, bisheriger Vorsitzender der agps e.v., stand nach drei Amtsperioden für eine Wiederwahl nicht mehr zur Verfügung. Die Mitgliederversammlung bedankte sich für sein besonderes Engagement und seine zukunftsweisenden Impulse für den Verein. Wilfried Hautop bleibt der Arbeitsgemeinschaft weiterhin als Mitglied verbunden. 
Als neuer Vorsitzender des Vereins wurde Ralf Hagemeier gewählt. Er ist Geschäftsführer der Ledder Werkstätten und war eines der Gründungsmitglieder der Arbeitsgemeinschaft. In der Funktion des Schriftführers wurde Ulrich Schlösser wieder in den Vorstand gewählt.
Der Vorsitzende, Ralf Hagemeier, freut sich, das neue Erscheinungsbild der agps erstmalig auf der Werkstätten:Messe vorzustellen.
 


Bundesbildungsministerin zu Besuch in den Ledder Werkstätten

Ministerin Anja Karliczek beeindruckt von Ergebnissen der agps e.V.

Bericht von Jörg Birgoleit
Ladbergen. Welche Handlungskompetenzen erwerben junge Menschen in der Beruflichen Bildung? Was für Praxisanteile erleben sie hier? Wie lässt sich diese Bildung standardisieren? Was ist notwendig, um auch komplexe Behinderungen einzubeziehen? Viele Fragen hatte Anja Karliczek beim Besuch im Berufsbildungsbereich der Ledder Werkstätten am 24. Januar in Ladbergen mitgebracht. Die Bundesbildungsministerin möchte 2019 zum „Jahr der Berufsbildung“ machen. Am Herzen liegt der Christdemokratin, dass die handwerkliche Ausbildung gleichberechtigt neben der universitären steht. Und auch, dass Menschen mit Behinderung umfassende Bildungsangebote bekommen.

Genau das leistet der Berufsbildungsbereich der Ledder Werkstätten seit vielen Jahren im Rahmen eines bundesweiten Netzwerks, der Arbeitsgemeinschaft pädagogische Systeme (agps e.V.): Inzwischen 14 Werkstätten haben darin ein standardisiertes Bildungssystem entwickelt. Anja Karliczek zeigte sich bei der Präsentation beeindruckt vom Umfang der Lernmaterialien. Die Ministerin ließ sich von Melanie Niewand auch über die methodische Systematik des Lernens informieren. Im Rahmen dieser Systematik entstehen in der Arbeitsgemeinschaft anschauliche Lerneinheiten, die sich an den Inhalten der Bildungsrahmenpläne orientieren. Lerneinheiten zu übergreifenden Themen zur Förderung der personalen Kompetenzen runden das Angebot ab.

Aktuell 50 überwiegend junge Menschen, Maßnahmeteilnehmer der finanzierenden Agentur für Arbeit und der Rentenversicherung, durchlaufen diese Prozesse im „QuBuS“, entdecken über 27 Monate Fähigkeiten, entwickeln sie in mehreren Praktika weiter und wechseln danach in den Arbeitsbereich ihrer Wahl. Abläufe und methodisches Material schaute sich die Ministerin genau an, um sich dann Zeit für direkte Gespräche mit Beschäftigten zu nehmen. Wie bewerten Sie das Bildungsangebot? Wie nehmen Sie die Vielfalt im „QuBuS“ wahr? Matthias Haverkamp beispielsweise erklärte ihr konkret den Umgang mit seiner Zählhilfe, um dann zu abstrahieren: „Wir machen hier viele verschiedene Sachen. Immer was Neues. Wir bekommen immer Hilfe.“
Tatjana Klausmeier schilderte ihre Wahrnehmung der Beruflichen Bildung und insbesondere der Lerneinheiten: „Ich habe hier weniger Stress und kann die Arbeit ohne Druck tun. Wir lernen hier auch Sachen für zuhause, so für den Alltag. Dass wir zum Beispiel gut miteinander umgehen.“

Zwei Hinweise nahm Anja Karliczek mit nach Berlin: Bislang werde die Berufliche Bildung in Werkstätten im Berufsbildungsgesetz gar nicht berücksichtigt, so Andreas Laumann-Rojer (Werkstattleitung). Er wies auf neue harmonisierte Bildungsrahmenpläne aus der Bundesarbeitsgemeinschaft der Werkstätten hin, die jetzt in den politischen Raum gelangen. Ein weiteres drängendes Problem bestehe darin, dass jungen Menschen, die inklusiv beschult würden, aber noch nicht volljährig seien, der Anschluss nach der zehnten Klasse fehle. Die Ministerin hörte zu und versprach, sich für die Anerkennung der Beruflichen Bildung einzusetzen. Auf Dauer werde es darum gehen müssen, auch unterhalb der dualen Ausbildung, also der Lehre, Teilabschlüsse und Qualifikationen gesetzlich zu verankern.